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Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter (BPS-R)

 

Was ist das BPS-R?

Das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter, revidiertes Manual (BPS-R) von Elisabeth Foppe, Dr. Ulrich Rehder und Dr. Bernd Wischka  berücksichtigt die internationalen Erfahrungen und Forschungsergebnisse in der Behandlung von Sexualstraftätern mit kognitiv-behavioralen Methoden. Es sind neuere Erkenntnisse der Behandlungsforschung sowie vielfache Erfahrungen aus der Praxis in die revidierte Fassung eingeflossen. Es ist sowohl als Baustein in einem therapeutischen Gesamtkonzept als auch als alleinige Behandlungsmaßnahme einsetzbar. Das BPS-R wird seit mehr als 10 Jahren in Sozialtherapeutischen Einrichtungen, im restlichen Strafvollzug, im Maßregelvollzug und zunehmend auch im ambulanten Setting angewandt. In Deutschland arbeiten inzwischen mehr als 50 Einrichtungen mit diesem Programm. Damit ist das BPS-R das in Deutschland am häufigsten vertretende Sexualstraftäterprogramm.

Informationen und Anmeldung zur Fortbildung bei dem Institut zur Förderung von Tätertherapie und Rückfallprävention e.V.  auf der Homapage https://iftr.info/

 

  BPS-R für lernbehinderte Täter

Erfahrung der Mitarbeiter in den Forensischen Kliniken und Justizvollzugsanstalten ist, dass die Behandlung mit dem Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter (BPS-R) für lern- und intelligenzgeminderte Sexualstraftäter sich schwierig gestaltet. Die Täter haben Probleme im Lesen, Schreiben und Verstehen. Sie sind im Konkreten verhaftet und können komplexe Zusammenhänge nicht verstehen. Es fällt ihnen schwer, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Die sozialen Fertigkeiten und die Gruppenfähigkeit sind sehr eingeschränkt. Oft reagieren diese Menschen aus den Überforderungssituationen heraus abweisend und impulsiv.
Das BPS-R wurde daher modifiziert und ein ergänzendes praxisorientiertes Manual erstellt.

Um den Behandlungserfordernissen dieser Personengruppe gerecht zu werden, wurden

  • im Vergleich zum ursprünglichen BPS im BPS-R für Lernbehinderte die Schwerpunkte anders gesetzt
  • möglichst einfache und sprachfreie Materialien entwickelt, die den verbalen Fähigkeiten der Täter entsprechen und
  • der kognitiv-behaviorale Behandlungsansatz um erlebnisaktivierende Elemente aus der Gestaltpsychotherapie erweitert.
  • Weiterhin wurde auf eine Wissensvermittlung – von der primär normalintelligente Täter profitieren – verzichtet.

 

Hier finden sich Vorträge über diesen Behandlungsansatz:
2007 Psychotherapeutenkammer Niedersachsen
2012 Sozialtherapie Meppen
Einen Vortrag zur ambulanten forensisch-psychiatrischen Nachbetreuung durch die Forensische Institutsambulanz Lüneburg findet sich hier:
2011 Nachsorgetagung Giessen